Das Angst-Gen

Warum haben Deutsche so viel Angst? Vor Ausländern, Leistungsstress, Gurken, Burnout, Mobbing, vor Überfremdung, Aussterben, Waldsterben, Hartz vier und fünf und sechs? Vor Feindstaub und Industrie-Food und Bio-Food (neuerdings), vor Strahlung, Bahnhöfen, Stromtrassen, vor Komasaufen und Inflation und Deflation und dem „Griechen-Horror” (BILD).

Warum glauben 80 Prozent der Deutschen, dass die Zukunft in jedem Fall schlechter sein wird als die Gegenwart und „alles immer schlimmer wird”, vor allem die Jugend? Und vor allem: warum reden sie so unglaublich gerne darüber?

Eine mögliche Antwort ist: weil Deutsche klüger und sensibler sind. Anders als arrogante Franzosen, dumpfe Engländer und naive Amis verstehen sie, dass die Welt TIEFE hat, ein einziger Gefahrenort ist, das Leben brüchig, fragil, von Wagner-Akkorden durchklungen.

Diese Sensibilitäts-These ist so alt wie die Deutsche Romantik. Sie geht zurück auf die